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GESCHICHTE

Der Ortsname Ivenack stammt aus dem altslavischen und bedeutet „Weideort“. Ivenack wurde in einer am 15. Mai 1252 in Stavenhagen ausgefertigten Urkunde erstmals erwähnt, als Ritter Reinbern von Stove das Kloster Ivenack („Juenach“) stiftete und bewidmete. Das Kloster verhalf Ivenack im Mittelalter zur Blüte und wirtschaftlichen Kraft. Im 30-jährigen Krieg wurden Kloster und Dorf zerstört; der Ort war im Jahre 1649 menschenleer. Die Klosteranlage wurde abgetragen, lediglich die Grundmauern der Kirche und ein Teil des Schlosses stammen noch aus der Klosterzeit.

Nach der Reformation in Mecklenburg wurde der Ort als Amt Ivenack landesherrlich verwaltet. Von 1740 bis 1945 war Ivenack eine Grafschaft und der Ort entwickelte sich zu einem Gutsdorf. Während dieser Zeit entstanden die Kirche und das Schloss in ihrer heutigen Gestalt, der halbkreisrunde Marstall, der Schlosspark mit dem Teehaus und der Orangerie sowie die lange Dorfstraße. Von den ältesten Gebäuden ist das Pfarrhaus von 1776 (Fachwerkhaus gegenüber der Schule) gut erhalten.

1888 gehörten zum Hauptgut Ivenack neun Nebengüter: Basepohl, Fahrenholz, Goddin, Grischow, Klockow, Krummsee, Wackerow, Weitendorf und Zolkendorf. Zusammen kamen die Güter auf eine landwirtschaftliche Nutzfläche von fast 7.000 Hektar. Damit war Ivenack das bei weitem größte ritterschaftliche Gut in Mecklenburg.

Anfang des 19. Jahrhunderts betrieben die Grafen Plessen in Ivenack eine Vollblutzucht, die weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurde. Der bekannteste Hengst aus dem Ivenacker Gestüt war das Vollblut Herodot und selbst Napoleon wurde auf den Hengst aufmerksam. Er ließ nach dem Tier suchen, doch die Ivenacker versteckten Herodot in einer hohlen Eiche, jedoch vergeblich. Das Tier verriet sich durch sein Wiehern selbst und wurde nach Frankreich gebracht, wo Herodot der Legende nach von Napoleon als Leitpferd geritten wurde. Nach den Napoleonischen Kriegen gelangte Herodot wieder zurück nach Ivenack.

 

Das Ivenacker Wappen:

„In Gold, belegt mit einem roten Schrägeck, darin ein silberner linksgewendeter Pferdekopf, eine grüne bewurzelte Eiche mit fünf grünen Früchten, eine rot-silberne in zwei Reihen geschachte erniedrigte Leiste überdeckend.“

 

Obwohl es in der Kommunalheraldik Mecklenburg-Vorpommerns zahlreiche Eichen, Eichenblätter und -früchte gibt, ist wegen der überregionalen Bedeutung der Ivenacker Eichen als Naturdenkmal die Verwendung einer Eiche als gemeine Figur im Wappen der Gemeinde Ivenack gerechtfertigt. Deshalb wurde als dominierende Figur eine Eiche in den Schild des Wappens gesetzt.
Als weitere Begründung für die Eiche im Wappen sei darauf verwiesen, dass die Ivenacker Eichen der Sage nach sieben verwunschene Nonnen sind, die, nachdem sie ein Gelübde gebrochen hatten, zur Strafe in Eichen verwandelt wurden. Erst nach tausend Jahren sollen die Eichen sukzessive absterben und damit die Nonnen erlöst werden (Albert Niederhöffer. Mecklenburg´s Volkssagen. Bremen, Rostock 1998).

Als eigenes Symbol für das Kloster, steht im Wappen das Symbol der Zisterzienser, der Rot-Silber geschachte Balken, der im konkreten Fall jedoch schmaler und nur als Leiste ausgeführt wird. In der Diskussion um das Gemeindewappen wurde der Wunsch geäußert, den bekannten Hengst Herodot auch im Wappen darzustellen. Um „Herodot“ im Wappen zu symbolisieren, wurde in ein rechtes Schrägeck ein linksgewendeter Pferdekopf gesetzt.